Am Sonntag haben wir meine Mutter und ihre Eltern zu einem ausgiebigen Frühstück zu uns nach Hause eingeladen. Der Tisch war reich gedeckt und wir haben uns wunderprächtig unterhalten und sehr viel Spaß gehabt. Nach ein paar Stunden haben wir uns dann aufgerafft, denn wir haben uns nicht nur zum Frühstücken getroffen. Wir haben es doch wirklich geschafft, dass wir einen Termin mit ihren Eltern ausgemacht haben, um meinen das Grab meines Vaters zu besuchen. Das hört an sich ja eigentlich nicht wirklich spannend an, aber wir haben damals eine Abneigung gegen normale Friedhöfe gehabt und uns umgehört. Die letzte Ruhestätte für meinen Vater haben wir dann in der Nähe der Loreley gefunden. Dort gibt es ein neues Krematorium mit gepachtetem Waldgebiet. Neben Bäumen, welche man für die Ruhestätte pachten kann (Familien können hier bis zu 4 Urnen beisetzen lassen) gibt es auch große Rasenflächen für anonyme Bestattungen.
Der große Störfaktor ist die Entfernung. Man fährt von uns aus gut eine Stunde mit dem Auto. Spontane Besuche sind da leider kaum möglich und dies erklärt auch, weshalb wir es nun endlich nach 4 Jahren geschafft haben, mit ihren Eltern dorthin zu kommen. Die Fahrt war wirklich anstrengend, da ihr Vater darauf bestand, mit einem Auto zu fahren. Natürlich ist es so schöner – alle sind beisammen und man kann sich gut unterhalten. Aber es ist eben auch verdammt eng hinten gewesen. Angenehm und entspannend ist was anderes!
Ansonsten war und ist unsere Entscheidung damals einfach richtig gewesen. Es ist so ruhig und friedlich dort. Friedhöfe kommen mir durch die Gänge und fest definierten Grabgrößen immer steril und “übervoll” vor. In dem Ruhewald (so nennt der Unternehmer die Anlage) ist es wirklich idyllisch, aber auch gepflegt. Wenn man davon hört, stellen sich die meisten Leute einen “wilden” Waldboden mit Unterholz und Matsch vor. Dies ist jedoch nicht so. Die Bäume stehen nicht dicht an dicht, sind aber auch nicht so weit voneinander getrennt, dass es licht wirken würde. Es ist einfach die richtige “Mischung”. Für meinen Vater haben wir damals lange gesucht. Es gab noch viele “freie” Bäume und 3 Bäume haben wir in unsere engere Wahl geschlossen. Am Ende haben wir uns für eine schöne große und weit verzweigte Buche entschieden. Es ist einfach der richtige Baum! Es ist sein Baum!
Hier noch ein paar schöne Bilder, die ich dort aufgenommen habe. Vielleicht kann sich damit der ein oder andere ein Bild von dem Ganzen machen.
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In meinem Blog “Eindrücke” schreibe ich nicht allgemeingültig und mit sehr subjektiver Meinung über Ereignisse, Bücher, Filme, Musik und was mir sonst unterkommt. Häufig postuliere ich auch einfach meine wirren Gedanken oder Gedankenblitze. Auch mehr oder weniger interessante selbst getestete Rezepte, Fotos und Blödsinn werden veröffentlicht - auch nehme ich Stellung zu Meldungen aus den Medien, eben alles, was mich gerade im Augenblick beschäftigt. Ich heisse Martin, bin Baujahr 75 und wohne in Mainz. Lebe in einer häufig glücklich geführten Beziehung, arbeite im Support eines Softwareherstellers, Kinogänger, Film- und Serienglotzer, Herrscher der kleinen Küche unserer gemeinsamen Wohnung und großer Fanta 4 Fan.
Elke
September 11th, 2008 at 10:40
Das ist mal was anderes und könnte mir auch gefallen.
Martin
September 11th, 2008 at 11:02
Wirklich sehr beschaulich und idyllisch. Ich kann es nur empfehlen.